Genetik / Zucht
Leider gibt es über den Mops nur wenige deutschsprachige Bücher.
Genetische bzw. züchterisch wichtige Ratschläge sind darin kaum enthalten.
Die Bücher “Vererbung beim Hund” und “Genetik der Hundezucht” sind da schon hilfreicher für den Züchter. Aus meiner eigenen Feder entstand 2005 das Buch “Sunshinepug, eine Mopssucht”, das Mopsjahrbuch 2006 und die Hall of Fame 2006/2007. Danke an alle, die dabei mitgewirkt haben!
Einige Aspekte zur Zucht sind allerdings auch für den Liebhaber und rein privaten Hundehalter von Bedeutung.
Zur Zeit wird viel von “altdeutschen Möpsen”, die angeblich gesünder sind, als die standardgemäßen Hunde, geschrieben. Die Rasse “altdeutscher Mops” gibt es aber gar nicht. Vermutlich handelt es sich um weniger typvolle Tiere, die als Background ähnliche oder sogar die selben Ahnen haben, wie andere Möpse.
Dass das Aussehen und die Form der Nase allein für die Gesundheit eines Hundes verantwortlich sein können, will ich so nicht glauben.
Es gibt viele weitere Probleme, die mit diesen Dingen nichts zu tun haben !
Z.B. Patella Luxation, Epilepsie, Allergien, Herzerkrankungen, Nierenerkrankungen etc. Zuem wäre es einfach, wenn man die Gesundheit eines Hundes an der Nasenlänge festmachen könnte!
Erste Grundregel für Züchter muss meines Ermessens sein, gesunde, vitale und charakterfeste Hunde zu züchten !
In zweiter Linie ist es dann erstrebenswert, diese Eigenschaften mit dem standardgerechten Aussehen zu vereinen. Ich kann immer besser mit einem Hund leben, der nicht alle Ausstellungen gewinnt, dafür aber das ganze Jahr hindurch ein gesunder und netter Gefährte ist.
Was nützt mir der schönste Ausstellungshund, der ständig irgendwelche Probleme hat.
Allerdings sind meine Ziele, Gesundheit und Schönheit zu vereinen und zwar in dieser Rangfolge.
Gesunde Hunde züchten zu wollen, bedeutet für mich nicht, lt. Standard untypische Hunde zu vermehren, bloß weil diese gesund sind.
Nicht jeder Hund muss seine Gene weitergeben. Untypische Hunde sind m.E. nicht weniger wert, sondern nun mal einfach nur nicht für die Zucht geeignet. Und zwar genausowenig, wie wunderschöne, kranke Hunde. Diese Hunde haben in einer Zucht nichts zu suchen. Keine Kompromisse in der Zucht, das ist unsere Devise! Keine Entscheidungen aus finanziellen Gründen zu Lasten der Hunde.
Die meisten Krankheiten vererben sich rezessiv. D.h. Tiere, die gesund sind, können Erbkrankheiten tragen, die sie selbst aber nicht zeigen, aber dennoch an Ihre Nachkommen weitergeben.
Manche Defekte werden so über Generationen mitgeschleppt und zeigen sich erst, wenn zwei optisch gesunde Trägertiere miteinander verpaart werden. Selektion ist nur in Bezug auf die Tiere möglich, die von beiden Eltern den Defekt geerbt haben und ihn im äußeren Erscheinungsbild (Phänotyp) zeigen.
Bei dominanter Vererbung hat man es leichter, Fehler oder Krankheiten können über relativ wenige Generationen bei konsequenter Selektion ausgemerzt werden.
Das Erbgut (Genotyp) eines Hundes kann man nur durch die Analyse seiner Nachzuchten und das Studium seiner Ahnen/ Verwandten feststellen.
Oft reicht aber hier eine Verpaarung nicht aus, sondern man müsste eine größere Anzahl von Nachzucht haben , um ein Urteil fällen zu können. Das ist aber oft nicht möglich.
Vielleicht hat man in den ersten Verpaarungen Glück und bei späteren Würfen eben das Pech, dass sich Erbfehler zeigen. Leider kann man bei Fremdverpaarungen Erbfehler kaum feststellen.
Um das Erbgut zu prüfen, wären enge Verpaarungen mit verwandten Tieren (Linienzucht) oder gar Inzucht (Verpaarung mit sehr nahen Verwandten) erforderlich.
Hier gibt es immer noch das Vorurteil, dass Linien- und Inzucht Defekte verursachen.
Das ist falsch !
Linien- und Inzucht decken vorhandene genetische Fehler auf !
Bei Fremdverpaarungen ist das Ergebnis reine Glückssache und das Erbgut, der Genotyp kann kaum bestimmt werden.
Das größte Problem bei engeren Verpaarungen ist die spätere Selektion. Hat man Welpen, die erhebliche Fehler und/oder genetische Probleme haben, müssen diese und ggfs. die Eltern auch aus der Zucht genommen werden.
Und genau hier liegt das Problem.
Die meisten Züchter erhalten durch engere Verpaarungen natürlich gefestigtere Linien, d.h. bestimmte erwünschte Merkmale sind ausgeprägt vorhanden. Hier aber kommt der Haken an der Sache. Die unerwünschten Merkmale sind nämlich ebenso gefestigt und in höherem Maße vorhanden. Eine strenge Auslese wird dann zugunsten “schöner” Tiere oft nicht gemacht. Man toleriert Fehler, weil das nachgezüchtete Tier doch so schön ist. Und dann gibt es Probleme, denn die Fehler manifestieren sich.
Verpaare ich zwei verwandte Tiere (z.B. Cousin und Cousine) , die beide optisch sehr typvoll sind und erhalte daraus ebenso typvolle Nachzucht, die aber leider alle z.B. Knickruten haben oder zum Teil bei den Rüden Einhodigkeit zeigen, sollte ich mir über die Qualität des Erbgutes Gedanken machen.
Zur weiteren Zucht dürften nun auch nur die Tiere verwendet werden, die keine negativen Merkmale zeigen.
Bei schwerwiegenden Fehlern/Problemen sollte man überlegen, ob die Linie, egal wie schön, fortgesetzt werden soll und ggfs. auch die Ausgangstiere aus der Zucht nehmen.
Leider gibt es ein großes Problem in der Rassehundezucht, nämlich die Richtlinien der Zuchtverbände.
Verpaarungen, die das Erbgut offenlegen sind so gut wie garnicht zulässig. D.h. man verpaart fremd und weiß eigentlich nie so genau, was hinter dem äußeren Erscheinungsbild steckt…
Also hier Aussagen über die Gesundheit der Nachkommenschaft zu machen ist, wie glaskugellesen…
Deshalb sollte sich der Interessent für einen Welpen bitte genau informieren, ob diese vermeintlichen gesünderen Hunde nicht nur eine verkaufsfördernden Masche sind.
Es gibt Züchter, die verantwortungsbewusst handeln und ihr Bestes tun, dennoch Gesundheitsgarantien für ein Lebewesen können auch die nicht geben !
Hinterfragen Sie ! Lassen Sie sich die Generationen dieser gesunden Zuchthunde zeigen.
Meist wird aber der komplette Zuchtstamm gekauft sein. Woher will man dann wissen, was die vorhandenen Hunde über Generationen weitergeben? Weder das äußere Erscheinungsbild, noch die gesunde genetische Grundlage können da prognostiziert werden !!
Ausser wie gesagt, man versteht sich auf Glaskugeln und Wünschelruten…
Seien Sie skeptisch und informieren Sie sich. Denken Sie mal darüber nach, ob eine Nase oder eine Nasenfalte allein dafür verantwortlich sein kann, ob ein Hund gesund ist.
Extreme und Überzüchtungen haben nichts zu tun mit verantwortungsbewusster Zucht.Dennoch hat z.B: der Mops keine Dackelnase, nur weil die vielleicht unproblematischer ist…
Zu seinem äußeren Erscheinungsbild gehört eine kurze Nase, dennoch sollte er frei atmen können !
Haben Sie Bedenken, was die Gesundheit aufgrund der rassetypischen Merkmale angeht, überzeugen Sie sich direkt beim Züchter davon und bitte kaufen Sie im Zweifelsfalle KEINEN Mops.
Ein Hund dieser Rasse hat es verdient, dass Sie 100% von ihm und seinen Qualitäten überzeugt sind. Bei näheren Informationen werden Sie sehen, dass es sich um quicklebendige, manchmal etwas hyperaktive, liebenswerte Hunde handelt.
FarbvererbungNachdem ich immer wieder die wildesten Aussagen über die Farbvererbung bei Möpsen gehört habe, können sie in der nachfolgenden Aufstellung klare Angaben dazu entnehmen.
Leider habe ich keinerlei Erfahrungen in Bezug auf die steingrauen Möpse und über deren Vererbung. Sollte sich jemand damit näher befasst haben und fundierte Erkenntnise haben, wäre ich über Infos dankbar.
Eltern, Nachzucht/Ergebnis:
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reinerbig schwarz x reinerbig beige =
100% schwarz (mischerbig)
mischerbig schwarz x reinerbig beige =
50% beige (reinerbig)
50% schwarz (mischerbig)
reinerbig schwarz x mischerbig schwarz =
(- 50% mischerbig)
100% schwarz
(- 50% reinerbig)
mischerbig schwarz x mischerbig schwarz =
(- 25 % reinerbig)
75% schwarz
(- 50% mischerbig)
25% beige (reinerbig)
reinerbig schwarz x reinerbig schwarz =
100 % schwarz (reinerbig)
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Anmerkung: Nachdem es sich bei dem beige Gen um ein rezzesives Gen handelt, gibt es logischerweise immer nur reinerbig beige . D.h. beide Gene für die Farbvererbung müssen in beige vorhanden sein, damit das äußerer Erscheinungsbild auch beige ist.
Sind ein beiges und ein schwarzes Gen vorhanden, ist der Hund äußerlich immer schwarz, allerdings mischerbig , d.h. er trägt schwarz und beige.